Mittwoch, den 27. Januar 2010 um 18:03 Uhr
Einheitsschul-Forderung steht auf sehr dünner Basis.
Es grenzt fast schon an Autosuggestion, dass die SPD in NRW nun glaubt, ausgerechnet bei der CDU eine Mehrheit für ihre Einheitsschul-Politik zu finden. Dass in der jetzt bekannt gewordenen Umfrage insgesamt 60 Prozent der Befragten und angeblich 51 Prozent der CDU-Anhänger für längeres gemeinsames Lernen sein sollen, ist bestenfalls ein Beleg für eine wachsweiche und daher wenig seriöse Fragestellung. „Daraus die Forderung nach einer Einheitsschule abzuleiten, ist mehr als fragwürdig“, erklärt Brigitte Balbach, Vorsitzende des Realschullehrerverbandes NRW.Die SPD weigert sich offenbar beharrlich, die Ergebnisse ausführlicher Repräsentativ-Befragungenzum Schulsystem zur Kenntnis zu nehmen. In einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag desDeutschen Philologenverbandes vom September 2009 sprachen sich nur 31 Prozent der deutschen Bevölkerung für die Abschaffung des gegliederten Schulwesens zugunsten eines integrativenEinheitsschulsystems aus. Fast zwei Drittel (63%) waren dagegen. In NRW ergab im Mai/Juni 2008 eine repräsentative dimap-Umfrage im Auftrag der CDU-Landtagsfraktion 66 Prozent Zustimmung für ein gegliedertes Schulsystem. Nur 28 Prozent der Befragten meinten, dass das gegliederte Schulsystem zugunsten von Gesamtschulen abgeschafft werden solle.
27.01.2010
Jochen Smets, Pressesprecher
Zur Pressemitteilung im PDF-Format (72 KB)










