RLV NRW > Schulpolitik > NRW baut auf die Realschulen

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dimap-Umfrage zeigt hohe Akzeptanz der Schulform in der Bevölkerung.

Die Einwohner Nordrhein-Westfalens wissen, was sie an ihrer Realschule haben. Eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut dimap im Auftrag des Realschullehrerverbandes NRW durchgeführt hat, zeigt die hohe Akzeptanz, die diese erfolgreiche Schulform auf breiter Basis genießt. 56 Prozent der Befragten bescheinigen den rund 550 Realschulen im Land eine gute bis sehr gute Arbeit. Dabei schätzen die Bürger in NRW vor allem die profilbedingte Vielseitigkeit der Realschule. Zum einen halten 31 Prozent die Realschule im Vergleich mit den anderen Schulformen für diejenige, die am besten auf eine praktische berufliche Tätigkeit vorbereitet. Zum anderen schätzen die Menschen die Realschule als ideales Sprungbrett für höhere Bildungsabschlüsse. So nennen fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) als besonderen Pluspunkt der Realschule gegenüber anderen Schulformen die Möglichkeit des Übergangs zu weiteren Qualifikationen wie Abitur oder Handelsschulabschluss.

„Die hohe Wertschätzung der Realschulen in der Bevölkerung freut uns, sie ist aber nicht unbedingt überraschend: Die Realschulen im Land leisten seit Jahrzehnten nachweislich gute und erfolgreiche Arbeit“, kommentiert RLV-Vorsitzende Brigitte Balbach die Ergebnisse der dimap-Umfrage. „Wir sehen uns in unserer Politik und in unserem Kampf für die Realschulen bestätigt. Wir sind gespannt, ob auch die Politik diese Botschaft versteht. Allen rot-grünen Einheitsschul-Einflüsterungen zum Trotz: Die Menschen in NRW vertrauen den Realschulen als tragender mittlerer Säule im gegliederten Schulsystem.“

Die Umfrage zeigt auch, dass die schwarz-gelbe Landesregierung mit ihrer Ganztags-Offensive auf dem richtigen Weg ist. 62 Prozent der Befragten begrüßen den Ganztagsbetrieb, weil er zum Beispiel eine bessere individuelle Förderung ermöglicht, weil er mehr Zeit für praktische Übungen einräumt oder weil die Lehrer auch außerhalb des Unterrichts mehr Zeit für die Schüler haben.
Breite Zustimmung findet auch der Kern des Realschul-Bildungsgangs: die Neigungsdifferenzierung ab Klasse 7. 84 Prozent der Befragten sehen darin einen Vorteil für den späteren Übergang in den Beruf.

Kritisch sehen die Bürger offensichtlich die Schaffung von Verbundschulen, bei denen Hauptschulen und Realschulen zusammengelegt werden. 52 Prozent halten das für eine schlechte Idee. Unter den Verbundschul-Gegnern kritisieren 68 Prozent, dass die individuelle Förderung zu kurz komme, dass Verbundschulen weniger auf unterschiedliche Begabungen eingehen könnten (66%) und dass die Verbundschule ein erster Schritt zur Einheitsschule sein könne (57%).

„In den Kommunen und teilweise auch in der Landespolitik werden Verbundschulen oft allein unter demografisch-fiskalischen Gesichtspunkten diskutiert und beschlossen. Es geht nicht um Bildungsqualität, sondern darum, Schulstandorte zu sichern und durch Zusammenlegungen Kosten zu sparen. Das ist – offenbar auch aus Sicht der Bevölkerungs-Mehrheit in NRW – der falsche Weg“, so Balbach. Gleichwohl verschließt der Realschullehrerverband vor dem demografischen Wandel nicht die Augen. Verbundschulen können unter gewissen Voraussetzungen durchaus ein Modell sein, um vor allem in ländlichen Regionen schulische Vielfalt zu sichern. Schon jetzt zeigt sich in vielen Verbundschulen, in denen bestehenden Hauptschulen ein Realschulzweig angegliedert wurde, dass innerhalb relativ kurzer Zeit mehr Realschul- als Hauptschulklassen gebildet werden.

Daher schlägt der Realschullehrerverband NRW vor, dass Verbundschulen unter dem Dach und unter Führung von Realschulen eingerichtet werden – und zwar dort, wo es unbedingt nötig ist. Zur Qualitätssicherung muss die jeweils eigene Profilbildung gewährleistet sein: Hier ist vor allem die
Neigungsdifferenzierung im Realschulzweig und die praktisch-berufsorientierte Ausrichtung im Hauptschulzweig zu nennen. Zwingende Voraussetzung dafür ist, dass solche Verbundschul-Systeme kooperativ und nicht integrativ arbeiten.

29.01.2010
Jochen Smets, Pressesprecher


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